Auf Schloss Tirol wird es nie langweilig!

Jährlich finden hier epochenübergreifend, dank intensiver Recherche und geschätzter Zusammenarbeit mit angesehenen Fachleuten, eine große Themenausstellung sowie weitere kleinere Nebenausstellungen statt, die sich auf wichtige Persönlichkeiten oder Ereignisse Tirols konzentrieren.

Die Ausstellungen der vergangenen Jahre finden Sie unter Archiv Ausstellungen.

Andacht und Herrschaft. Der Altar von Schloss Tirol

vom 1. Juli bis 19. November 2023

Die Ausstellung „Andacht und Herrschaft. Der Altar von Schloss Tirol“ beschäftigt sich mit dem prominentesten Inventarstück der Burg, mit dem Flügelaltar, den die frühen Habsburger um 1370 als politisches Signum in die Kapelle stifteten. Das Schicksal des Altars war im frühen 19. Jahrhundert für die Kapelle nicht gerade günstig. Der Altar gelangte nach Innsbruck, wo er heute im Ferdinandeum ausgestellt ist.

In den letzten Jahren wurde er untersucht und restauriert. Für die Ausstellung kehren die bemalten Flügeltafeln nach Schloss Tirol zurück. Ein Grund zum Feiern! Der inhaltliche Rahmen illustriert und erklärt den Altar in allen seinen Besonderheiten, erläutert die historischen Grundlagen und präsentiert die Ergebnisse der Materialanalyse.

Eine Wissenschaftliche Tagung, die zusammen mit dem Ferdinandeum ausgerichtet wird (20.4.–21.4.2023), vertieft neue Ergebnisse.

Die originalen Tafelteile des Flügelaltars sind nur bis zum 10. Oktober 2023 ausgestellt.

Arnold Holzknecht: RondoOstinato

vom 20. Mai bis 19. November 2023

Einer größeren Öffentlichkeit ist der Grödner Bildhauer Arnold Holzknecht durch seine gemeinsam mit Michele Bernardi realisierte Lichtinstallation zur „Entschärfung“ des faschistischen Monumental-Reliefs von Hans Piffrader am Bozner Gerichtsplatz bekannt. Ein Zitat der Philosophin Hannah Arendt − „Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen“ − überschreibt und überleuchtet den faschistischen Leitspruch „credere, obbedire, combattere“ („glauben, gehorchen, kämpfen“). Das Werk gilt zu Recht als beispielhaft für die Umgestaltung eines konfliktreichen Denkmals zu einem Mahnmal.

Der 1960 in Brixen geborene, in St. Ulrich aufgewachsene Künstler studierte von 1978−1985 Bildhauerei an der Akademie von Florenz und München. Nach einer längeren Pause, während er als Restaurator für Museen und Schlösser arbeitet, begann er 2006 eine kontinuierliche künstlerische Tätigkeit begleitet von Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland.

Künstlerisch definiert er sich als Bildhauer, doch von der figurativen Tradition der Grödner Holzschnitzerei wendet er sich entschlossen ab und einer abstrakt-geometrischen Formensprache zu, was ihn in seinem Heimattal zum Einzelgänger macht. Auf flachen Tafelbildern, die auf den ersten Blick wie grafische Gebilde ausschauen, aber Bildhauerei sind, spielt er die Möglichkeiten der Linie in einem Rondo und Ostinato immer neuer Variationen durch.

Im Bergfried von Schloss Tirol zeigt er außer einigen dieser Tafeln auch ein speziell für den zentralen Ausstellungsraum entwickeltes Werk: Eine stumme Glocke.

Veduten. Schloss Tirol in der Kunst

vom 18. März bis 04. Juni 2023

Mit der Ausstellung „Veduten. Schloss Tirol in der Kunst“ wird dem Konterfei der Burg im Laufe der Geschichte nachgegangen. Schloss Tirol ist das am häufigsten reproduzierte Baudenkmal der Region. Dies hängt vor allem an der Funktion des „Nationalheiligtums“, die sich im frühen 19. Jahrhundert etablierte. Unzählige Künstlerinnen und Künstler haben sich in den unterschiedlichen Techniken damit auseinandergesetzt. In jahrelanger Arbeit wurden Schloss-Tirol-Ansichten gesammelt.

Die Ausstellung, kuratiert von Carl Kraus unter Mitarbeit von Leo Andergassen und Dorothea von Miller, zeigt eine Auswahl davon und legt zudem einen Gesamtkatalog der (bislang) bekannt gewordenen Veduten vor.