Münzschatz

12.–16. Jh.

Die bei Ausgrabungen im Bereich des Kapuzinerklosters Bozen gefundenen Münzen stammen aus den Münzstätten von Bologna, Chur, Florenz, Mailand, Mantua, Meran, Siena, Trient, Venedig und Verona.

Der städtische Markt war im Mittelalter der wichtigste Umschlagplatz für Waren aller Art. Ab dem Spätmittelalter ersetzten hier üblicherweise Geldmünzen den Tauschhandel. Der Stadtherr richtete Leihbanken ein, die Geld gegen Pfand und für Zinsen verliehen. Wechselstuben kümmerten sich um die Wertbestimmung und den Tausch unterschiedlicher Währungen. Selbst der selbe Nominal (= Münzeinheit) konnte je nach Prägestätte und Prägejahr aufgrund von Gewicht und Metallreinheit einen anderen Wert haben.

Ende des 13. Jh. bis in die 2. Hälfte des 14. Jh. bestand in der Burg Wendelstein an der Bozner Eisackbrücke eine von Graf Meinhard II. errichtete Pfandleihbank. Sie erwies sich als die profitabelste im Alttiroler Raum. 1294 traten erstmals Florentiner als deren Pächter auf. Im 14. Jh. war das Bankgeschäft fest in den Händen der Familie dè Rossi, die 1342 in den Ritterstand aufstieg und die Pfandleihe aufgab. Danach waren die Gebäude einige Jahrzehnte lang Amtssitz des höchsten Finanzbeamten des Landes. Nach Zeiten des Verfalls entstand 1599 auf dem Gelände schließlich das heute noch bestehende Kapuzinerkloster.

Literatur

Helmut RIZZOLLI, Ein Gotteshaus an der Stelle des ehemaligen Wucherhauses, in: Der Schlern 74 (2000), Heft 4/5, S. 255–272.

  • Material & Technik

    Silber, Kupfer, Billon

  • LMST Inv.-Nr.

    LG 6/1 – LG 6/19

    Südtiroler Landesdenkmalamt