Die Burg

Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte

Die Burg wurde in verschiedenen Bauphasen errichtet und bekam so über 9 Jahrhunderte ihr heutiges Aussehen.

Eine erste Anlage wurde im 11. Jahrhundert errichtet, im 12. Jahrhundert kam es zum Neubau des Südpalas, im 13. Jahrhundert wurde aufgestockt und erweitert. Entscheidende Veränderungen gab es vor allem im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Highlight sind die von lombardischen Steinmetzen hergestellten romanischen Portale.

Besucht werden kann zudem die mittelalterliche Doppelkapelle, der für Feiern und Repräsentation genutzte Rittersaal, das Verlies im Bergfried und das getäfelte Mushaus. Zahlreiche Exponate geben Einblick in das Leben, die Kultur- und Landesgeschichte Tirols von der Frühgeschichte bis in die Gegenwart.

Vorburg

Die Vorburg. Menschliche Präsenz auf dem Burghügel ist seit der Kupferzeit belegt, ab der Römerzeit ist eine kontinuierliche Besiedlung gesichert. Die obere Vorburg war im Hochmittelalter mit Gebäuden verbaut, die vom Hausgesinde und von Handwerkern genutzt wurden und dem Schloss eine autonome Handhabe garantierten. Auf der unteren Vorburg hingegen befand sich unter anderem ein Fischteich sowie der Rossstall, in dem die Pferde der Herrschaft gehalten wurden.

Die Vorburg wurde 2001 durch die zeitgenössische Installation des Vorarlberger Künstlers Gottfried Bechtold neu gestaltet, welche den Lauf menschlicher Entwicklung illustriert. Der „Bechtoldweg“ gibt verschiedenste Abdrücke wieder, vom Brautbecher der Margarete, den Spuren von einheimischen Tieren bis hin zu zeitgenössischen Reifenabdrücken eines Mountainbikes. Der Burghügel, von dem aus man ein wundervolles Panorama genießen kann, hatte nicht nur eine strategische Bedeutung sondern zugleich eine symbolische Bedeutung, zumal er sich als sicherer Platz über den sumpfigen Talgrund erhob. Auch der Ursprung des Wortes „Tirol“ entspringt von diesem Hügel der als „tir“, indoeuropäisch für „trocken“, bezeichnet wurde.

Kirchengrabung

Kirchengrabung. Über den Resten eines römerzeitlichen Gebäudes wurde eine erste frühchristliche Saalkirche errichtet. Um 600 wurde der Bau um eine Rundapsis erweitert. Zwischen dem 10. und 11. Jahrhundert entstand daraus eine zweite Kirche mit drei Apsiden und einem westlichen Vorbau – sie blieb bis ins frühe 11. Jahrhundert in Verwendung. Der Sakralraum war mit Wandmalereien geschmückt, von denen sich nur mehr wenige Reste erhalten haben (vgl. Krypta). Bronzene Ohrringe stammen aus einem Grab des 7./8. Jahrhunderts.

Die Grabplatte der Lobecena. Südliche Vorburg, Kirche mit einer Apsis, 7./8. Jh. In der Saalkirche mit Rundapsis wurde die beschriftete steinerne Grabplatte einer „Lobecena albada“, der „weißgekleideten Lobecena“ geborgen, wohl eines im Kindesalter verstorbenen Mädchen, das im Taufkleid bestattet wurde. Die Bestattungslage hinter der Chorschranke, die normalerweise nur den Geistlichen vorbehalten ist, weist auf den hohen Rang ihrer Familie hin. Vielleicht war Lobecena die Tochter eines langobardischen oder bajuwarischen Herrschers? Die Grabplatte der Lobecena ist im Tempel ausgestellt.

Kernburg

Die Kernburg besteht aus dem Südpalas mit angeschlossener Kapelle, dem Ostpalas, dem Wehrgang, dem Mushaus, dem Mushauskeller, dem Bergfried, dem Küchenhof und den Wirtschaftsgebäuden. Der Ausstellungsparcours illustriert Aspekte der Tiroler Landesgeschichte von ihren Anfängen über die Glanzzeit der Burg im Mittelalter hin zu ihren Verfall und Restaurierung bis zur Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert. Besonderes Augenmerk gilt dem Alltag auf der mittelalterlichen Burg sowie dem Rechts- und Ordnungssystem des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Drei Räume im ehemaligen Wirtschaftstrakt stehen für Themen- und Wechselausstellungen zur Verfügung.

Der Innenhof mit Shop und Café ist eine grüne Oase, in der Sie im Schatten der Bäume und am plätschernden Brunnen verweilen, lesen, sich stärken oder einfach nur entspannen können. Ihren vierbeinigen Freunden ist der Zutritt nur mit Hundetasche erlaubt, die sie an der Kassa eventuell ausleihen können.

Tempel & Krypta

Der Tempel ist zunächst dem archäologisch befundeten Umfeld von Schloss Tirol gewidmet. Die frühmittelalterlichen Stuckfragmente aus St. Peter ob Gratsch und die Funde aus der Kirchengrabung auf der Vorburg haben absoluten Raritätswert. Thematisiert werden zudem die Bauphasen Schloss Tirols, welche die bauliche Entwicklung in ihren Grundzügen aufzeigen. In der Krypta befand sich die Schatzkammer des Schlosses, in der neben kostbaren Stoffen und prächtigen Zimelien auch der „Brautbecher“ Margaretes gelagert war. In den Gerüstlöchern der Krypta fanden Archäologen auch das Fragment einer Brigantine, die im Kaisersaal zusammen mit der originalgetreuen Kopie des Bechers ausgestellt ist.

Marmorreliquiar und Silberpyxis, 5./6. Jh. 1994 wurde in der Kirche aus dem 5./6. Jahrhundert auf der Vorburg eine Reliquienkammer mit einem kleinen Marmorsarkophag entdeckt. Darin befand sich eine silberne, mit einem feuervergoldeten Kreuz versehene Reliquienpyxis, die drei in Seidengaze gehüllte Reliquienbeutelchen umschloss. Vieles spricht dafür, dass die Reliquien von den Missionaren Sisinius, Martyrius und Alexander stammen, die im Jahr 397 am Nonsberg das Martyrium erlitten.

Rittersaal

Repräsentation und Herrschaft. Hier empfingen die Grafen von Tirol ihre Gäste, sprachen Recht, feierten Feste und nahmen ihre Mahlzeiten ein. Der Rittersaal in der Museumskonzeption ist frei von Einbauten, er wird heute für Veranstaltungen und Konzerte genutzt. Schaut man vom Podium aus durch das große Triforienfenster in die Landschaft, so hat man eine atemraubende Aussicht auf das Etschtal bzw. in das Kerngebiet der Grafschaft Tirol. Der bekannte Topograph Beda Weber beschrieb den Blick 1838 wie folgt: „Durch die offenen Fenster leuchtete das weitausgebreitete Etschtal herein, ein näturliches Riesenkolosseum, im welchem das Schloss Tirol wie eine winzige Loge auf der vorteilhaftesten Stelle angebracht war […]“.

Kapitell, Drachen. Die reiche bauplastische Gestaltung der Kapitelle im Rittersaal zählt zusammen mit den beiden Marmorportalen zu den Hauptwerken romanischer Steinmetzkunst in Tirol. Formal ist sie lombardischen Traditionen verpflichtet. Das ikonografische Programm der Kapitelle zeigt u.a. eine tiefere Bedeutungsebene: Der Saal wird zum mare saeculi, zum „Meer der Welt“, in dem selbst ein tugendhaftes Leben schiffsbrüchig werden kann.

Portale

Die Portale sind die hervorragendsten Beispiele romanischer Bauplastik in Tirol und bilden die kulturgeschichtlichen Highlights der Burg. In Ihnen bündeln sich viele Fragen, welche Fachleute in Bezug auf die Baugeschichte immer noch bewegen. Die Bilderwelt des Palas- und Kapellenportals, ersteres aus Laaser– und letzteres aus Ratschingser Marmor, nimmt Anregungen aus einer weit verbreiteten Auffassung menschlich interpretierter Tierwelt auf. Hier geht es um Sündenfall und Erlösung, im spannungsgeladenen Widerstreit von Gut und Böse wird das Gute siegen.

Bei der Betrachtung der Portale ist es ratsam, sich die grundlegende Mehrdeutigkeit der mittelalterlichen Symbolsprache vor Augen zu halten: bestimmte Figuren, Tier- und Pflanzensymbole können Träger einer, aber auch einer gegenteiligen Botschaft sein. So kann der Löwe sowohl für Christus, aber auch den Teufel stehen. Das Efeu an den Türrahmen gilt als Pflanze der Ewigkeit, die dauerhafte Erinnerung garantiert. Die Portale von Schloss Tirol sind auf Grund des sehr guten Erhaltungszustandes nicht nur im Alpenraum eine Besonderheit. Immer wieder wurden Vergleiche zu den Fassadenreliefs von San Michele in Pavia gezogen.

Untere Kapelle

Hl. Pankratius, Hüter der Schwüre. Um 1138 kam es auf Schloss Tirol zur Neuerrichtung des Palas, wobei zuerst die eingeschossige Kapelle errichtet wurde. Die Kapelle wurde dem hl. Pankratius geweiht, der im Mittelalter als Patron gegen Meineide verehrt wurde. Die Umwandlung der Kapelle in eine zweigeschossige Herrschaftskapelle erfolgte um 1285 durch den Landesfürsten Meinhard II. Die Jahrtagstiftungen und Kirchtage wurden über die Jahrhunderte hinweg aufrechterhalten. Sehenswert sind das älteste mittelalterliche Glasfenster Tirols, die gotischen Wandmalereien und die romanischen Marmorreliefs am Triumphbogen.

Kreuzigungs-Gruppe, um 1330. Betritt man die Kapelle, so fällt einem sofort die große Kreuzigungsgruppe ins Auge. Bei der letzten Restaurierung im Jahr 2002 fand man in den Köpfen der Assistenzfiguren Maria und Johannes eine Zehner-Münze und einen Meraner Berner, beide aus dem späten 13. Jahrhundert. Kleine Opfermünzen, die der Bildhauer als Dank für seine gelungene Schöpfung einbrachte. Eine Legende besagt, dass beim Tod eines Tiroler Landesfürsten ein Stück des Kreuzes abbreche. Über die Jahrhunderte des Verfalls wurde das „miraculös cruzifix“ von Pilgern und Kapellenbesuchern als Reliquie verehrt.

Kaisersaal

Die Gesellschaft im Mittelalter. In den vier Abteilungen werden die Tiroler Landesfürsten und die vier Gesellschaftsgruppen thematisiert: Geistlichkeit und Frömmigkeit, Adel und Ritterstand, die Stadt- und Landbevölkerung, Bürger und Bauern. Hier gibt es historische Hintergrundinformationen u.a. zur sozialen Mobilität, zu Fragen von Jenseitsvorstellung und Frömmigkeit, sozialen Randgruppen und Wirtschaftskrisen, wie sie etwa durch Naturkatastrophen hervorgerufen werden können. Die BesucherInnen erleben das Mittelalter in Artefakten, Quellen und Zeugnissen.

Helm aus der Seusenhofer-Werkstatt und Margaretes Brautbecher. Die geschlossene Form mit dem Faltenvisier ist typisch für einen Turnierhelm des beginnenden 16. Jahrhunderts. Seine Eleganz und die feinen Ätzungen zeigen, aus welcher Werkstatt er war: Konrad Seusenhofer war Hofplattner Kaiser Maximilians I. in Innsbruck. Die getreue Nachbildung des Brautbechers der Gräfin Margarete lässt einigermaßen den Verlust verkraften, denn bis ins frühe 19. Jahrhundert befand sich der Becher aus dem 14. Jahrhundert auf Schloss Tirol. Heute wird er auf Schloss Ambras bei Innsbruck aufbewahrt.

Obere Kapelle

Die obere Kapelle. Um das Jahr 1285 ließ der Landesfürst Meinhard II. die bis dahin eingeschossige Kapelle aufstocken, wodurch eine der Herrschaft vorbehaltene Empore entstand. Geweiht wurde sie am Fest der Heiligen der Nächstenliebe, Elisabeth von Thüringen (1207-1231), einer entfernten Verwandten der Grafen von Tirol.
Die gotischen Secco-Malereien schmücken die Wände in der Unter- und Oberkapelle. Sie entstanden unter Ex-König Heinrich, dem Vater der Margarete, um 1330. Neben Heiligendarstellungen finden sich hauptsächlich Themen, die mit Maria in Zusammenhang gebracht werden können. Hier gibt es auch die älteste erhaltene farbige Darstellung des Tiroler Wappens, ebenso das Wappen des Herzogtums Kärnten, dem Heinrich de facto als Herzog vorstand.

Der Altar von Schloss Tirol (um 1370). Der älteste im Alpenraum erhaltene Flügelaltar wurde von den Brüdern Leopold III. und Albert III. um 1370 gestiftet und in Wien hergestellt. Die beiden Habsburger sind mit ihren Gemahlinnen an den Flügelaußenseiten in Stifterpose abgebildet. Das Original befindet sich seit 1938 im Museum Ferdinandeum in Innsbruck, die originalgetreue Kopie hingegen steht auf dem ursprünglichen Altarsockel und wurde 2001 von der Gruppe Unika aus St. Ulrich in Gröden angefertigt. Bei geöffneten Flügeln sind sechs Szenen aus dem Leben Marias zu sehen, unter anderem die Verkündigung, die Geburt Christi, die Anbetung der Könige und der Marientod.

Ostpalas 2.OG

Recht und Ordnung. In der sogenannten „turris parva“, die einmal der Kapelle als Glockenturm diente, werden neben dem Fragment des Meinhardinischen Landesrechtes (1286) die Tiroler Landesordnungen und der eigenständige Weg Tirols in der Rechtspflege thematisiert. In einem Tresor mit zehn Schubladen findet der beträchtliche Münz-Bestand Schloss Tirols seinen Platz (rund 140 Exemplare). Fünf große Reproduktionen sorgen für zusätzliche Informationen, die den Besuchern einen Einblick in die Welt der Numismatik verschafft. Im Ostpalas bilden Wirtschaft, Recht, Ordnung und die Verteidigung den „roten Faden“ im Museumsparcours.

Der Hexenhammer und die Schandmaske. Das mittelalterliche Rechtssystem war exakt kodifiziert: Für jedes begangene Verbrechen gab es eine vorgesehene Strafe: je schlimmer das Vergehen, umso härter wurde man bestraft, nicht selten wurde die Todesstrafe angewandt. 1484 erließ Papst Innozenz VIII. die Hexenbulle als rechtliche Grundlage der Hexenverfolgung. Der Hexenhammer, „Malleus maleficarum, erschien drei Jahre später. 1722 wurde in Tirol die letzte Hexe enthauptet und verbrannt.
Bei kleineren Verbrechen wurde man öffentlich gedemütigt und so zum Beispiel zum Tragen einer Schandmaske gezwungen.

Burggrafensaal

Der Burggrafensaal im dritten Obergeschoss des Ostpalas ist in seinen Grundzügen noch original erhalten. Die Balkendecke und die fragmentarisch erhaltenen Wandoberflächen mit Wappendarstellungen stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Der Ostpalas nahm im Mittelalter die Kemenaten auf: dies waren beheizte Räume für die Familie der Herrschaft. Das Prunkstück bildet ein im Kunsthandel erworbener grünglasierter Reliefofen aus dem späteren 15. Jahrhundert.

Heute wird der Burggrafensaal für Tagungen oder Versammlungen genutzt. Auf Anfrage kann der Raum angemietet werden.

Fotos: Jürgen Eheim

Wehrgang

Der überdachte und nach Osten geschlossene Wehrgang wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Verbindung zwischen dem Ostpalas und dem nordseitig gelegenen Mushaus erbaut. Die ursprünglich an diesem Abschnitt der Ringmauer angelegten Gebäude, zu denen unter anderem auch die Schlafgemächer gehörten, waren in der Frühen Neuzeit weggebrochen. Baufällige Teile wurden aus Sicherheitsgründen abgerissen. Kleine Öffnungen bieten eindrucksvolle Blicke auf das Panorama von Dorf Tirol.

Unsere kleinen Besucher können sich in die Lage eines Burgwächters versetzen und in das Signalhorn stoßen.

Mushaus

Eine Ruine als Nationalheiligtum. Schloss Tirol wird im 19. Jahrhundert zu einem nationalen Denkmal. Das Schloss als das mythische „Heiligtum des Landes“, die Restaurierungsgeschichte, die Burg als Motiv in Kunst und Literatur und die Besucherbücher, werden im Mushaus thematisiert. Die Reiseliteratur der Zeit und die tirolischen Landschaftsveduten zeugen vom aufkommenden Tourismus und dem anwachsenden Interesse an der Burg.

Der Blick von Schloss Tirol ins Etschtal wird im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem beliebten Topos der Landschaftsmalerei. Als Tirol 1816 an das Kaiserreich Österreich fiel, schenkte die Stadtgemeinde Meran Schloss Tirol Kaiser Franz I.. Somit war das Schloss zu einer „Kaiserburg“ aufgestiegen. Auch heute noch befinden sich die Portraits dreier habsburgischer Kaiser im Mushaus. Die Kaiser Franz I. und Ferdinand I. haben die Burg persönlich in den Jahren 1832 und 1838 besucht.

Mushauskeller

Alltag auf Schloss Tirol. Wie schwer war der Helm eines Ritters? Wie sah ein Wächter auf Schloss Tirol aus? Ausgehend von den in der Kernburg getätigten archäologischen Funden und der Auflistung der in der familia domus (1292-1298) genannten Personen im Hofdienste des Landesfürsten Meinhard II. kann der mittelalterliche Alltag auf der Burg nachvollzogen werden. Dieser Bereich lädt sich in seiner museumsdidaktischen Ausrichtung besonders Kinder und Familien auf Spurensuche ein.

In enger Zusammenarbeit mit Bauforschern und Archäologen hat der Schweizer Illustrator Jörg Müller das mittelalterliche Leben auf Schloss Tirol bildlich rekonstruiert. Jeder einzelne Raum der Burg wird mit Leben gefüllt. Die kleinen wie auch großen Besucher können sich in die farbigen Wimmelbilder vertiefen und dabei die eigene Wahrnehmung ins Mittelalter „zurückdrehen“.

Bergfried

Der majestätische Bergfried ist das Ergebnis seiner Rekonstruktion zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Burgenforscher Otto Piper entwickelte dazu die Pläne. Der mittelalterliche Bergfried ist nur bis zum dritten Geschoss erhalten. Zur ursprüngliche Form gibt es weder bildliche noch schriftliche Belege. Mit seinem einzigen Zugang, dem Hocheinstieg im zweiten Geschoss und den Lichtschlitzen besitzt der Turm jedoch alle Merkmale eines mittelalterlichen Wehrturms.

Im Untergeschoß des Bergfrieds liegt das Verlies der Burg. Obwohl man schon im 16. Jahrhundert die Haft als zu hart ansah, verwendete man noch den dunklen Raum noch in den nachfolgenden Jahrhunderten als Gefängnis des adeligen Hofgerichts.

Seit 2003 beherbergt der Bergfried die museal ansprechend aufbreitete Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert. Anhand zahlreicher Originale können die Grundzüge einer spannenden Geschichte nachvollzogen werden. weiterlesen