Schandgeige

Deutschland, 17./18. Jh.

Die Schandgeige, auch Schandkragen, Halsgeige oder Spanische Geige, umschließt Hals und Hände der damit Gestraften. Betroffene wurden damit durch den Ort geführt oder am Pranger ausgestellt. Bei der Sonderform der doppelten Schandgeige mussten sich beide Streitparteien für die Dauer des Strafmaßes von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen.

Die Schandgeige gehörte zu den Ehrenstrafen. Sie war das übliche Strafmittel bei bestimmten kleineren Vergehen und gab gleichzeitig den Hinweis darauf: fast ausschließlich zänkische und tratschende Frauen wurden zur Schandgeige verurteilt.

Bei Männern wurde in Tirol am häufigsten der „Esel“ verhängt. Auf dem scharfgratigen Rücken dieses Holzgestells hatten hauptsächlich Wilddiebe Platz zu nehmen. Ein „Esel“ stand etwa in Innsbruck auf dem Platz vor dem Goldenen Dachl.

Literatur

Heinz MOSER, Die Scharfrichter von Tirol. Ein Beitrag zur Geschichte des Strafvollzuges in Tirol von 1497–1787, Innsbruck 1982, S. 74–75.

  • Material & Technik

    Holz, Eisenbeschläge

  • Maße

    58,8 cm x 24,3 cm x 2,8 cm

  • LMST Inv.-Nr.

    701311
    (Ankauf Hermann Historica, München, 2005)